E U R O P A F O R U M

SPD Schleswig-Holstein

15. Juni 2015

Allgemein
Nem értem: SPE-Kongress in Budapest

Welcome to Budapest!

Etwa alle zwei Jah­re tagt der Euro­pa­kon­gress unse­rer Par­tei. Der letz­te Kon­gress fand aller­dings im Jah­re 2014 in Rom statt: Dort wähl­ten wir (aus Schles­wig-Hol­stein waren Regi­na Poersch und ich dabei) Mar­tin Schulz zum gemein­sa­men Spit­zen­kan­di­da­ten anläss­lich der Euro­pa­wahl im Juni 2015. Auf die­sem „ordent­li­chen“ Kon­gress wähl­ten wir (Regi­na konn­te nicht, so dass Sabi­ne Gil­le­ßen teil­nahm) den Prä­si­den­ten und beschlos­sen eini­ge Reso­lu­tio­nen. 

SPE-Kon­gress (1. Teil, Frei­tag, 12.6.15)

Mei­ne Erwar­tun­gen waren recht hoch, da wir dies­mal sogar die Mög­lich­keit hat­ten zwi­schen zwei Kan­di­da­ten zu wäh­len: Der Amts­in­ha­ber Ser­gei Sta­nis­hev (ehe­ma­li­ger Minis­ter­prä­si­dent Bul­ga­ri­ens und gegen­wär­tig Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter) trat wie­der an; in dem Spa­ni­er Enri­que Baron (kurz: sehr ver­dien­ter euro­päi­scher Sozi­al­de­mo­krat!) hat­te er jeden­falls einen pro­mi­nen­ten Mit­be­wer­ber, der klar auf­zeich­ne­te, das wir als euro­päi­sche Sozi­al­de­mo­kra­tie unse­re inter­nen Dis­kus­si­ons- und Mei­nungs­pro­zes­se drin­gend ver­bes­sern müs­sen und uns nach außen hin gegen die Kon­ser­va­ti­ven in Euro­pa klar abgren­zen müs­sen, um als deut­li­che Alter­na­ti­ve wahr­ge­nom­men zu wer­den. Doch zog er sei­ne Kan­di­da­tur am Frei­tag Abend zurück — auch weil er mas­siv unter Druck gesetzt wur­de. Vor allem die Fran­zo­sen und Akti­vis­tIn­nen unter­stütz­ten sei­ne Kan­di­da­tur. So hat­te wir einen simp­len Wahl­gang zu absol­vie­ren. Sta­nis­hev ist mit gut 70% der Dele­gier­ten-Stim­men im Amt bestä­tigt wor­den — kein über­zeu­gen­des Ergeb­nis, um die euro­päi­sche Sozi­al­de­mo­kra­tie vor­an­zu­brin­gen. Im übri­gen hät­te es dem Kon­gress sicher­lich nicht gescha­det, wenn unse­re euro­päi­schen Spit­zen­ge­nos­sIn­nen teil­ge­nom­men hät­ten. Vie­le woll­ten -nach offi­zi­el­lem Sprach­ge­brauch- nicht nach Buda­pest rei­sen, um so ver­mei­den, sich mit dem unga­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Orban zu tref­fen oder weil sie ande­re Ver­pflich­tun­gen hat­ten… Wie wol­len wir so 2019 stärks­te Kraft bei den Euro­pa­wah­len wer­den? Im Jah­re 2017 wird es wie­der einen Kon­gress geben. Viel­leicht wird Mar­tin Schulz als Prä­si­dent der PSE/SPE antre­ten, um aus die­ser Funk­ti­on her­aus ein wei­te­res Mal Spit­zen­kan­di­dat zu wer­den? Die­se Opti­on wur­de jeden­falls am Ran­de immer wie­der the­ma­ti­siert. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Achim Post ist wie­der zum SPE-Gene­ral­se­kre­tär gewählt wor­den (nicht durch den Kon­gress, son­dern durch das Prä­si­di­um).

Bis zur Ver­kün­di­gung des Wahl­er­geb­nis­ses haben wir eine neu­es Sta­tut ver­ab­schie­det und Berich­te ent­ge­gen­ge­nom­men, bspw. der Frak­ti­on durch den Vor­sit­zen­den Pitel­la, der den Bericht auf ita­lie­nisch vor­trug und sehr kraft­voll über die anste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen sprach. Ich erwäh­ne dies, weil ich die Sprach­viel­falt auf so einem Kon­gress auch beein­dru­ckend fin­de… Es wur­de in  der Regel Eng­lisch gespro­chen, aber auch Spa­nisch, Fran­zö­sisch oder Deutsch… Am Abend lud die Frak­ti­on zu einem Emp­fang. Hier konn­ten sich Dele­gier­te bei tro­pi­schen Tem­pe­ra­tu­ren infor­mell aus­tau­schen… Und über­haupt: Das infor­mel­le Rah­men­pro­gramm mit Kon­fe­ren­zen und Work­shops ab Don­ners­tag bis zum Kon­gress­be­ginn am Frei­tag nach­mit­tag haben vie­le Anwe­sen­de als wesent­lich kon­struk­ti­ver und gewinn­brin­gen­der wahr­ge­nom­men.

SPE-Kon­gress (2./3. Teil, Sonn­abend, 13.6.15)

Am Sonn­abend soll­te vor allem pro­gram­ma­tisch gear­bei­tet wer­den. Anders als auf deut­schen Par­tei­ta­gen wur­de über die drei vor­lie­gen­den Reso­lu­tio­nen (United for Demo­cra­cy, United for Jobs, United for Peace) ledig­lich in drei Gesprächs­krei­se auf der Büh­ne getalkt — ohne kon­kre­te Aus­wir­kung auf die Reso­lu­tio­nen. Ände­rungs­an­trä­ge waren nicht mög­lich, auch wur­de im Vor­weg kei­ne Debat­te inner­halb der Dele­ga­ti­on durch das koor­di­nie­ren­de Wil­ly-Brandt-Haus initi­iert (hier müs­sen wir Dele­gier­te durch­aus selbst akti­ver wer­den!). Am Nach­mit­tag wur­de noch kurz über unse­ren „work plan towards 2019“ dis­ku­tiert und abge­stimmt.

Foto: Enrico Schäfer

Foto: Enri­co Schä­fer

Viszlát! Buda­pest ist sicher­lich eine Rei­se wert, der Kon­gress war es nicht. Anders: Ich bin voll moti­viert, noch eine Men­ge zum Bes­se­ren im Sin­ne einer Euro­päi­sie­rung unser Par­tei machen zu wol­len. Wir brau­chen vor allem mehr Bewe­gung von unten, des­halb fin­de ich die SPE-Akti­vis­tIn­nen sehr gut, wobei sie schon in der Par­tei­struk­tur ihr Enga­ge­ment ver­rich­ten müs­sen.

Eini­ge unse­rer euro­päi­schen Spit­zen­po­li­ti­ke­rIn­nen schei­nen kein ernst­haf­tes Inter­es­se (außer in Sonn­tags­re­den) an der Wei­ter­ent­wick­lung unse­rer euro­päi­schen sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei zu haben.

Nem értem: Ich ver­ste­he den Kon­gress in Buda­pest nicht.

 

Ein offi­zi­el­ler Bericht und ein paar Ein­drü­cke sind auch auf Sei­ten der SPE zu fin­den.

Enrico Kreft

sozi­al, demo­kra­tisch, euro­pä­isch, nor­disch | europabeweg(t)er, künst­ler, frie­dens­no­bel­preis­trä­ger, gastro­soph

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